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Wissenswertes Arve / Zirbe

Arve (Pinus cembra) – der Baum der Berge

 

Arven (Pinus cembra) gehören zur Familie der Föhrengewächse. Sie wachsen im Engadin und in den südlichen Walliser Seitentälern ab einer Höhe von 1’800 Meter über Meer. Die Bäume können bis zu 1’000 Jahre alt werden. Arven sind äusserst robust gegen Wind und Wetter: Ihnen machen selbst Temperaturen von +40+ bis -40° nichts aus. In Deutschland und Österreich ist die Arve als «Zirbe» oder «Zirbenkiefer» bekannt.

 

Die Arve ist ein immergrüner Baum, der sehr langsam aber stetig wächst. Die Kurztriebe haben viele Büschel mit jeweils fünf Nadeln. Die Äste reichen fast bis zum Boden. Manche Arven erreichen imposante Höhen von 25 Metern; der Stamm kann bis zu 1,7 Metern dick werden. Junge Bäume haben einen geraden Stamm, der in eine schmale Krone übergeht. Arvenstämme sind eher spröd und reagieren empfindlich auf Witterungseinflüsse: Blitze, Lawinen und Stürme haben bei vielen Arven Spuren hinterlassen und dafür gesorgt, dass Äste oder ganze Baumteile abgebrochen sind. Diese treiben in den meisten Fällen wieder aus und lassen bizarre Wetterbäume entstehen.

 

Arve (Pinus cembra) – der Baum der Berge

 

Das Wichtigste über die Arve in Kürze

 

Gattung

  • Pinus cembra

Familie

  • Pinaceae

Name

  • Schweiz: Arve
  • Deutschland, Österreich: Zirbe, Zirbelkiefer
  • Französisch: Arolle
  • Italienisch: Pino Cembro
  • Engadin. dschember. Oberland: schiember. Rumantsch Grischun: schember
  • Englisch: Swiss stone pine
  • Herkunft: Zentralalpen und Karpaten

 Verbreitung

  • Alpen, Mitteleuropa, Sibirien, Skandinavien
  • GR: Bis 2’400 Meter über Meer
  • VS. Bis 2’800 Meter über Meer

Erscheinungsbild

  • 10 bis 25 Meter gross
  • Keilförmig
  • Mit zunehmendem Alter unregelmässige Krone

Nadeln

  • 5 bis 10 Zentimeter lang
  • 3-kantig
  • 5er Büschel

Früchte

  • 5 bis 8 Zentimeter grosse Zapfen, eiförmig
  • Essbare Samen
  • 2 bis 3 Jahre keimfähig
  • Ca. alle 7 Jahre tragend

Alter

  • 150 bis 200 Jahre.
  • In Einzelfällen bis zu 1’000 Jahre

 

Arven sind Überlebenskünstler

 

Arven sind unglaublich robust und haben einen beispiellosen Überlebenswillen. Selbst junge Arven, die im Winter unter den schweren Schneemassen fast zusammenbrechen, richten sich im Frühjahr wieder auf und stehen stolz und stramm an ihrem Platz. Auch ältere und schief gewachsene Bäume bleiben in jeder Situation und Wetterlage standhaft und wachsen an den unmöglichsten Orten in den unmöglichsten Formen. Arven lassen sich im wahrsten Sinne des Wortes durch nichts aufhalten. Die Arve ist definitiv der einheimische Baum, der sich am besten an das rauhe Gebirgsklima der Alpen angepasst hat. Weil sie so unglaublich zäh sind, können Arven bis zu 1’000 Jahre alt werden. Im Engadin steht mindestens eine Arve, die 1’200 Jahre alt ist.

 

Arven lieben saure Böden

 

Arven bevorzugen frische und tiefgründige Böden sowie versauerte Rohhumusböden. Die meisten Bäume wachsen auf Granit, Gneis, Schiefer, Sandstein oder Kalkstein. Arven sind sehr genügsam und haben keine grossen Ansprüche an den Nährstoffgehalt und an den pH-Wert des Bodens. Ausser in den Alpen wachsen Arven auch in den Karpaten. In der Schweiz stehen die meisten Arven im Engadin, im Oberwallis und im Berner Oberland. Auch in den Hochtälern in der Zentralschweiz, im Waadtland oder im Tessin sind Arven anzutreffen. Der höchstgelegene Arvenwald Europas ist das Naturwaldreservat God da Tamangur im Unterengadin. Es liegt auf einer Höhe von 2300 m über Meer und ist 86ha gross. Auch im Schweizer Nationalpark stehen viele Arven.

 

Arven wären beinahe ausgestorben

 

Während der letzten Eiszeit wäre die Arve um ein Haar ausgestorben. Nur am südöstlichen Alpenrand haben ein paar wenige Bäume überlebt. Von dort haben sich die Bäume im Laufe der Jahre wieder im ganzen Alpenraum verbreitet. Als Folge der Klimaerwärmung und weil ihr die eingewanderte Fichte langsam aber sicher den Lebensraum streitig machte, zog sich die Arve in immer höhere Lagen zurück, wo sie –umrahmt von Alpenrosen und Heidelbeeren– wunderbar wachsen und gedeihen konnte. Heute trifft man Arven vorwiegend an Orten an, wo sich andere Baumarten nicht mehr wohl fühlen.

 

Arvenholz duftet intensiv

 

Arvenholz duftet relativ stark. Der Duft wird von den meisten Menschen als sehr angenehm empfunden und hat nachweislich eine beruhigende und entspannende Wirkung. Die Jahresringe sind deutlich zu sehen. Auch zum Spalten und Schnitzen ist Arvenholz hervorragend geeignet. Arvenholz hat viele grosse Harzkanäle; die eingewachsenen rotbraunen Äste sorgen für eine dekorative Maserung. Der hellrötliche Kern dunkelt mit der Zeit nach.

 

Arvenholz ist ein beliebter Werkstoff

 

Arvenholz ist relativ weich und lässt sich leicht bearbeiten. Aus diesem Grund wurde es schon früh als Werkstoff für Betten, Schränke und andere Möbel sowie zur Gestaltung von Decken und Wänden eingesetzt – in Bergregionen hat fast jedes Restaurant ein «Arvenstübli» oder «Bündner Stübli». Auch Gebrauchsgegenstände wie Milchgeschirr wurde während vielen Jahren aus Arvenholz hergestellt. Zu guter Letzt haben unsere Vorfahren Arvenholz als Brennholz verwendet. Die Arvenbestände sind deshalb während vielen Jahren massiv zurückgegangen. Heute wird Arvenholz zum Glück wieder mass- und sinnvoll genutzt.

 

Arvennadeln lassen sich leicht biegen

 

Arvennadeln werden bis zu 11 Zentimeter lang und 1 Millimeter dick. Sie lassen sich problemlos biegen. Jeder Kurztrieb hat mehrere Büschel, die allesamt fünf Nadeln haben. Die meisten Büschel befinden sich an der Spitze eines Zweiges. Arvennadeln sind im Querschnitt dreieckig und haben zwei nach unten weisende Seiten. Die Oberseite der Nadeln ist gewölbt. Nach den Keimblättern bildet die Arve zuerst Primärnadeln; danach Sekundärnadeln. Sie können bis zu 12 Jahre an einem Baum bleiben.

 

Arven blühen frühestens nach 40 Jahren

 

Bis eine Arve zum ersten Mal Blüten trägt, dauert es zwischen 40 und 60 Jahren. Die Blütezeit dauert von Mai bis Juli. Die violetten weiblichen Blütenzapfen haben einen kurzen Stil und wachsen einzeln oder in Gruppen an der Spitze von Langtrieben. Sie befinden sich allesamt im obersten Drittel des Baumes und sind fast nicht zu erkennen. Dafür sind sie optimal dem Wind ausgesetzt, der die Pollen verstreut. Die gelblichen bis violetten männlichen Blütenzapfen werden anstelle von Kurztrieben an der Basis von jungen Langtrieben gebildet. Sie sind vor allem im unteren Kronendrittel anzutreffen. Ein Zapfen enthält rund 150 Samen. Die Samen liegen hinter einer harten Schale verborgen und sind viel zu schwer, um vom Wind in alle Himmelsrichtungen getragen zu werden. Aus diesem Grund brauchen Arven für ihre Vermehrung die Unterstützung eines Vogels.

 

Arven haben ihr Dasein dem Tannenhäher zu verdanken

 

Das Schicksal der Arve ist eng mit dem Tannenhäher verknüpft. Arvennüsse sind seine absolute Lieblingsspeise. Der Tannenhäher fliegt die reifen Zapfen zu «Zapfenschmieden». Dort klaubt er die fettreichen Samen aus den Arvenzapfen heraus und deponiert sie als Wintervorrat an verschiedenen Orten, die im Winter keine allzu dicke Schneedecke aufweisen. Zum Beispiel unter Felsblöcken. Dabei legt er in einem Radius von bis zu 15 Kilometern rund um den Mutterbaum zurück und legt bis zu 30’000 Verstecke mit bis zu 100’000 Arvennüsschen an. Rund 80 % (!) der versteckten Samen findet der Tannenhäher wieder. Der Rest ist für die Vermehrung der Arve lebenswichtig.

 

Arven wachsen aus vergessenen Samen

 

Nach ein bis zwei Jahren beginnen die Nüsse, die der Tannenhäher vergessen hat oder nicht mehr finden kann, zu keimen an. Eine neue Arve entsteht. Häufig keimen gleich mehrere Samen. Aus diesem Grund wächst am Ort des Notvorrats häufig eine Arve mit mehreren Stämmen. Achten Sie bei Ihrer nächsten Wanderung doch einmal darauf, ob sie eine Gruppe von Jungarven sehen, die aus einem solchen «Tannenhäher Notvorrat» entstanden sind.

 

Früher glaubten die Menschen, der gefrässige Tannenhäher sei Schuld am Rückgang der Arve. Aus diesem Grund wurde der Vogel intensiv gejagt. Das war natürlich kontraprodktiv und hat die Arvenpopulation weiter geschwächt statt gestärkt. Heute ist man zum Glück gescheiter und dankbar für die enorm wichtige Arbeit, die der kleine Piepmatz für die Verbreitung der Arve leistet.

 

Arvennüsse kann man essen

 

Früher wurden Arvennüsse auch von Menschen fleissig gesammelt und gegessen. Und das aus doppelt gutem Grund: Zum einen sind die Nüsse reich an Nährstoffen. Zum anderen schmecken sie äusserst lecker. Glaubt man der Legende, haben die Engadiner ihre legendären Nusstorten früher mit Arvennüssen statt mit den heute üblichen Baumnüssen hergestellt.

 

Arven duften unvergleichlich

 

Die Arve hat ihr eigenen, typischen Duft, den die meisten Menschen von Arvenmöbeln in Hotels und Restaurants kennen und  sofort mit «Bergen», «Entspannung» und «Ferien» in Verbindung bringen. Und das aus gutem Grund: Verschiedene Forschungen belegen die entspannende Wirkung von Arven: Bei Menschen, die in einem Schlafzimmer mit Arvenmöbel übernachten, reduziert sich der Herzschlag im Laufe der Nacht. Mit der Zeit summieren sich die eingesparten Schläge zu mehreren Stunden, die ein Herz dank dem nächtlichen Arvenduft nicht mehr schlagen muss.

 

Arven sorgen für einen tiefen Schlaf

 

Nun können und wollen sich nicht alle Menschen ein Schlafzimmer aus Arvenholz kaufen. Sie haben die Möglichkeit, die wunderbare Wirkung von Arvenholz auf andere Art und Weise zu nutzen. So gibt es zum Beispiel Bettdecken, Kissen und Pfulmen, die mit Arvenholz gefüllt sind. Auch sie fördern einen tiefen, gesunden Schlaf. Wer mag, kann auch vor dem Schlafengehen sein Kissen mit einem Arvenspray besprühen und so von der entspannenden Wirkung der Arve profitieren. Wer es besonders einfach mag, stellt neben dem Bett einfach ein Gefäss mit Arvenspänen auf.

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